Statement zum Begriff „Integration“ – ein etwas längerer Rantpost.

Weil gerade in Zeiten, wenn weitere linke bis linksliberale Aufmerksamkeit gewillt ist, sich mit dem Thema Abschiebungen, strukturellem Rassismus und Gewalt zu beschäftigen, es auch an fragwürdigen Diskursformierungen nicht mangelt, wollten wir hier zu einem Best Of der besonders abstrusen Stellung beziehen. Nämlich dem der: Integration.
Denn worauf beruht der Begriff der „sozialen Integration“, mit dem vor allem die liberale Ideologie so gerne um sich wirft, wenn sie sich – wie neulich vor der Zinnergasse geschehen – extrem arbiträr kritisch mit dem Abschieberegime auseinandersetzt? Auf einem Gesellschaftsbild, das durch soziale und kulturelle Homogenität geprägt ist, d. h. die weiße Mehrheitsgesellschaft als Hegemon des Alltagslebens sowohl auf öffentliche wie auch staatlicher Ebene fungiert. Dieses Modell, das auf einer „Mehrheitsgesellschaft“ beruht, die ihre soziale wie ökonomische Macht so verwaltet, dass sie ihre Privilegien maximal erhalten und steigern kann, kann aus Prinzip Menschen, die nicht genuin zu dieser gerechnet werden, primär nur als Eindringlinge wahrnehmen. Dabei fußt diese Bewertung auf einem ganz simplen Grund: biologische Herkunft. Das ist vor allem momentan in der ach wie humanen EU zu sehen (und ihrer „EMRK“): Wer nicht aus den weißen EU-Ländern, also die EU-6 und ihr superreiches Umfeld, kommt, gehört nicht dazu und ist von Diskriminierung, Gewalt und Abschiebung bedroht. Egalitäre Bewegungsfreiheit – Fehlanzeige.
Da aber die Mehrheitsgesellschaft sich der liberalen Offenheit zurechnet – also passend zu jener ökonomischen Zeit, in der die EU den Multikultralismus als ihre Gesellschaftsform wählte – gewährt sie People on the move (PoM) eine grundlegende Möglichkeit, hier zu bleiben und sich einzubürgern: Forderung heirbei: Integration. Das bedeutet, dass Menschen mehr oder weniger all ihre Bräuche, Lebensformen und Gewohnheiten unterdrücken müssen, um sich dem Leben derer zu unterwerfen, die über die sozioökonomische und staatliche Macht verfügen, sie hier leben zu lassen oder eben auszuweisen in jene Länder, aus denen sie aus gutem Grund gekommen sind.
Dass das Prozedere der Integration ein durch und durch gewaltvolles, belastendes und horrendes ist, ist leicht zu ersehen, wenn offen gelegt wird, wie das vonstatten gehen soll: Denn neben den staatlich-behördlichen Anforderungen an PoM, die sich in Österreich niederlassen wollen (psychosoziale Behördentortur beim BFA), müssen PoM auch vorweisen, dass sie sich in Österreich „bestens“ eingelebt haben. D. h.: Sie müssen Deutsch sprechen, soziale Netzwerke aufgebaut haben, Jobaussichten haben, ohne aber zum Arbeitsmarkt zugelassen zu sein, monetäre Mittel aufweisen (ein Paradox, wenn Menschen Arbeit verweigert wird), und die „hiesige Kultur“ mustergültig vorleben können. PoM sollen sich „anpassen“ an die hier etablierte Lebensweise und sich einfügen ohne zu mucksen – beurteilt wird das von Richter*innen und BFA.
Die hiesige Kultur? Für chauvinistische Fanatiker*innen, wie sie die österreichische „Mehrheitsgesellschaft“ darstellt, ist das das „Land der Berge, Land der Ströme, Land der Äcker, Land der Dome“, das ach so „vielgeliebte Österreich“ – oder anders gesagt, dem Wesen nach: Bedingungsloses Patriarchat, bedingungsloser struktureller Rassismus, bedingungslose katholisch motivierte religiöse Hetze, bedingungsloser Hass auf deviante Identitätsvorstellungen und Handeln, bedingungslose gewaltvolle Diskriminierung von BIPoC. Das ist das Land und seine Kultur, das die braven Bürger*innen so sehr lieben, in das sich PoM „integrieren sollen“. Es ist die vieltradierte Kultur, die an diesen geografisch markierten Witz geknüpft ist.
Integration stellt so die Forderung dar, sich den hiesigen Gewaltverhältnissen unterzuordnen und zu akzeptieren, dass die weiße Gesellschaft stets die Staatsmacht kontrollieren und die ökonomische Superiorität stellen wird. Es ist Forderung ein gewaltvolles, rassistisches Hirngespinst einer Ideal-Identität anzunehmen, auch wenn das bedeutet, das Menschen ihr Selbst negieren müssen. Ansonsten droht, was auf eingebildete Devianz immer droht: Abschiebung, Knast, Obdachlosigkeit, physische und psychische Gewalt in unterschiedlichsten Formen.
Unter diesem Standpunkt ist es besonders ärgerlich, wenn auch in linken Kreisen, die „gute Integration“ einer Familie in den Mittelpunkt politischen Agierens gegen Abschiebungen gerückt wird. Das baut auf eine Strategie, die ein Gesellschaftsmodell forciert, das BIPoC allerhöchstens kleine, kontrollierte Enklaven im soziokulturellen Raum zugesteht, wenn überhaupt. Der klare politische Gegner sind und können nur jene Teile sein, die zwanghaft versuchen, die Struktur weißer Privilegiertheit aufrecht zu erhalten. Und um gleich noch mit dem Mythos der Generösität multikultureller Gesellschaften aufzuräumen: Kein einziges Privileg hat diese jemals hergegeben, das nicht von den Unterdrückten dieser Gesellschaft hart und leidvoll erkämpft worden ist!
Also lasst die Diskursformation „Integration“, die eine durch und durch falsche ist und setzt den Hebel an, wo er hin soll: Am Staatsapparat, den Behörden, den Knästen, der Kiwarei und der Gesellschaft selbst! Solidarität ist das Losungwort der Stunde und die geht nur antinational – deshalb: Nie wieder Österreich – Nie wieder Integration – Nie wieder Nationalstaat!

Alle Jahre wieder …

Am christlichen Feiertag “Weihnachten” kulminiert wie jedes Jahr die gesamte Heuchelei, das gebündelte Elend und die abstruse Fixation auf das Privateigentum (samt bürgerlicher-heteronormativer Kleinfamilie) des mitteleuropäischen Biedermeiers in einem jenseiteigen Höhepunkt. Währenddessen: Drei Stunden vom Wiener Weihnachtswunderland brennt das Refugee-Camp in Lipa ab, das vorher rund 1.500 Menschen im tiefsten Winter beherbergt hatte; Menschen werden von der EU aktiv ins offene Meer in den Tod getrieben; die ärmsten Schichten und Klassenstrukturen leiden am meisten unter der Covid-19-Krise; Klima und Umwelt gehen sprichwörtlich unter dem kapitalistischen Druck in Flammen auf. Aber die vermögenden Klassen der westlichen Industriestaaten lassen sich nicht beirren.
Die Widersprüche des Kapitalismus, die dessen grundlegendes Wesen darstellen und in der fundamentalen Krisenhaftigkeit eine ihrer Erscheinungen findet, sind mittlerweile eigentlich so himmelschreiend, dass nur mehr die Verzweiflung über eine nicht eintretende Revolution bleibt. Nie tritt das menschenverachtende Wesen des patriarchalen Kapitalismus so offen zutage (wie jetzt in der Covid-19-Pandemie), als wenn er seine eigenen Produktionsverhältnisse verteidigen muss, um zu bestehen. Dabei ist der Staat samt seinen Apparaten, bürokratischen Instanzen und der Staatsmacht seit seiner Entstehung als Fixierung einer unveränderten Form der Wertbildung in der geschichtlichen Abwärtsspirale im Unheil patriarchalen Kapitalismus inbegriffen. Der Staat (ebenso die patriarchal-kapitalistisch organisierte Demokratie als Form dessen) ist lediglich Rettungssschirm, Schutzmechanismus und unabdingliche Kondition eines Systems, das gnadenlos vernichtet, was es vernichten muss, um weiterzuleben.
Doch dieses grundlegende Elend sowie die mittlerweile offenkundige Einsicht, dass Krisen auf den Rücken der ohnehin schon strukturell benachteiligten und/oder diskrimierten Menschen asugetragen wird, bleibt aus. Im Gegenteil – gerade zu Weihnachten zeigt sich, in welcher elitären, abscheulichen Traumwelt wir leben: bestochen von staatlich-religiösen “Feiertagen” zugunsten einer patriarchal-rassistisch-LGBTIQ*-feindlichen Religion, vollgepumpt vom Konsumrausch, um die fehlende, wirkliche Zwischenmenschlichkeit zu kompensieren, betrogen von einem völlig abstrusen Lebensstandard, der nur auf Kosten von rabiat augebeuteter Arbeitskraft zu erhalten ist.
Der Sturm auf die Bastille und den Winterpalast sind längst überfällig – nur werden es dieses Mal die Parlamente, Industriellenvereinigungen und EU-Strukturen sein, gegen die sich die globale Revolution richten wird. Es kann kein richtiges Leben im falschen geben – das Weihnachtsfest als negatives Symbol dessen kann als wegweisendes Moment im Kampf gegen die Ungerechtigkeit und Gewalt dieser Welt gesehen werden.

Statement zum Symbolverbot der IBÖ

Es ist wieder einmal eine typologische Situation, die sich in der links-liberalen Politlandschaft Österreichs und Deutschlands darbietet: Jeder linksliberale Blog oder linksalternativer Journalaccount freut sich einen Ast ab über die neue Gesetzgebung, die die IBÖ samt Ablegervereinen wie DO5 mit nachhaltigen Bild-Verboten belegt. Ähnliches war schon zu beobachten, als Twitter, Youtube und Facebook dem Fascho Martin Sellner seine Konten sperrte – breiter Jubel und weite Freude, nun endlich wäre der eklige Typ von der Bildfläche verbannt, ganz nach dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn.
Dass das ganze Vorhaben aus einer staats- und kapitalismuskritischen Position ein äußerst doppelbödiges und hagliches ist, haben u. a. Michael Bonvalot und ein Thread des DÖW aufgezeigt – tatsächlich lag gegen die IBÖ als bürgerliche Rechtsform keinerlei Strafmandate oder Anzeigen vor. Allein die Einstufung der IBÖ als rechtsextreme Organisierung durch die Regierung zog das grundlegende Verbot des Lambda-Zeichens (und weiterer Insignien) nach sich.
Trivial gesehen: Klar, es erleichtert den Kampf gegen den Faschismus vorab für Antifaschist*innen, da es den Faschos Raum entzieht und sie der staatlichen Repression näher rückt. Erweitert mensch allerdings die Perspektive, so wird schnell klar, dass es sich – wie ebenfalls von Bonvalot angemerkt – um einen gefährlichen Präzendenzfall handelt: Denn treffen kann es alle möglichen Formen von Organisierungen, nicht allein Rechtsextreme und Rechte, da Subjektivität in unserer derzeitigen Gesellschaftsform stets an eine Setzung desselbigen als Rechtssubjekt gebunden ist.
Wir als AWW und damit linksradikalen Antifaschist*innen wollen erneut klarstellen: Es darf nicht an der Funktionsweise des patriarchal-kapitalistischen Staates und seinen sexistisch-rassistischen Organen (Regierung, Bürokratie, Verfassungsschutz, Polizei, etc.) sowie deren Selbsterhaltungstrieb liegen, dass Rechtsextremismus bekämpft und in die Schranken gewiesen wird. Da hat auch ausnahmsweise einmal der bürgerliche Journalist Klenk recht: Faschisierung muss anders bekämpft werden als durch willkürliche Verbote durch den Justizapparat des Staates (die Vorstellungen davon, wie das aussieht, differiert natürlich so enorm, dass darauf gar nicht eingegangen werden muss).
Daraus ist ersichtlich, dass es nicht dem Staat und seinen Scherg*innen überlassen sein kann, gegen den Faschismus anzukämpfen – im Gegenteil: Für uns als kommunistische Linksradikale ist klar, dass wir mit dem Faschismus ebenso die Verkrustung der sexistischen und rassistischen Strukturen im Staat überwinden wollen und ebenso die strukturellen Gewaltverhältnisse, die diese erst möglich machen.
Alerta Antifascista!
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Zusendung: Antifa bleibt Handarbeit

Wir haben Post von Genoss:innen erhalten, die uns darum gebeten haben Folgendes zu veröffentlichen:

Antifa bleibt Handarbeit!

In der Nacht von 28. auf 29.11.2020 kam es zu Aktionen bei Wiener Burschenschaften. Die Österreichische Landsmannschaft (ÖLM) dient seit Jahren als Zentrum des burschenschaftlichen Rechtsextremismus und Antifeminismus. Während es von Burschen- und Mädelschaften als Vereinsheim und Wohnort genutzt wird, konnte ebenso beobachtet werden, wie die neofaschistische Identitäre Bewegung die Räumlichkeiten als Treff- und Koordinationspunkt für ihre kläglichen Auftritte nutzt.

Die ÖLM dient auch als Sitz der Redaktion des Eckarts, die u.a. die Propaganda des rechtsextremen Antifeministen Georg Immanuel Nagel verbreitet. Wir erinnern uns, Nagel ist der Faschist, der eine Woche nach dem islamistischen Anschlag in Wien mit Maschinengewehr Geräuschen durch Wien fuhr. An dieser Stelle möchten wir unsere Solidarität mit den Genoss:innen aussprechen, die sich um das Fahrzeug gekümmert und den antifaschistischen Advent eingeläutet haben.

Geläutet hat es auch an der Haustür von Florian Köhl und Johann Seltenhofer. Köhl, gebürtiger Deutscher, treibt sich in Wien nun seit längerer Zeit im Kreis der Identitären Bewegung und des Rings Freiheitlicher Studenten herum. Die Konsequenz davon blieb ihm nicht erspart. Auch im Umfeld der Corona-Schwurbler ist Köhl immer wieder anzutreffen. Nichts Unerwartetes, erinnert mensch sich an die Berichte rund um die Corona-Party in einer Wiener Burschenschaft.
Der WU-Student und parlamentarische Mitarbeiter der FPÖ, Johann Seltenhofer, ist ebenfalls Teil von Köhls Burschenschaft. Seltenhofer findet mensch immer wieder beim Burschi-Bummel auf der Hauptuni Rampe, oder bei der Anti-Corona-Demo der FPÖ im Mai.

Die ÖLM, sowie die Burschenschaft Albia, sind exemplarische Ziele antifaschistisch-feministischer Intervention. Sie wurden gekennzeichnet als eben jene Schandflecke, die sie nunmal sind. Sich dem Rechtsextremismus auf allen Ebenen entgegenzustellen und ihn da anzugreifen, wo es ihn am meisten trifft, ist der Ursprung dieser Aktion. “Wir kriegen euch alle” steht es an der Hauswand der aB! Albia geschrieben. Bis dahin wünschen wir allen Genoss:innen einen subversiv-besinnlichen Advent!

Als AWW geben wir natürlich Genoss:innen die Möglichkeit über uns zu Veröffentlichen und drücken damit unsere volle Solidarität mit ihrer Aktion aus. Alerta!

KRuK-Kommuniqué no. 2: Leerstand, Nutzung und Hausbesetzung

Vor kurzem wurde – so hörten wir – der schöne Gründerzeitbau in der Hetzgasse 8 besetzt. Leider – so hörten wir weiter und mussten mitansehen – wurde das wunderbare Projekt von der patriarchalen Prügelbande, die sich „WEGA“ nennt, unter Großaufgebot geräumt. Applaus kam vom sogenannten „Eigentümer“ (was bedeutet das überhaupt, „Eigentum“?), der es sich nicht nehmen ließ, in einer Porsche-Nobelkarrosse vorzufahren und Anrainer*innen wie Journalist*innen übergriffig anzupöbeln.

Das muss mensch sich einmal vorstellen: Seit 2015 wohnt in dem Objekt kein Mensch mehr, weil die letzten langjährigen Mieter*innen beinhart rausgedrängt worden waren durch die übermächtige Immobilienspekulationswirtschaft, Jahre davor waren Großteile des alten Hauses schon völlig unbewohnt. Die internationale Unternehmungen tätigende Spekulationsgesellschaft (in ihren Worten: sie werten nur auf durch Dachgeschoßausbauten und begrünte Fassaden, danke Kapital!) Soulier GmbH unter der Leitung von Ingrid Soulier sieht sich hierbei noch als Heros der Geschichte: Sie wollten, ja waren sogar offen und bereit „nachhaltig, grün“ zu bauen, aber die MA untersagte ihre Vorhaben – einzige Lösung: verkaufen und das für schlappe 8 Mio. Also ein sauberer Gewinn für die “nachhaltige” Immo-Firma, wo die Verwaltung des Objekts – wie es scheint -, weiterhin unter der Ägide von Immo W16  bleibt – die hauseigene Verwaltungsfirma.

Gegen dieses Prinzip totaler Spekulation wollten die Genoss*innen, die die Hetzgasse 8 besetzten, angehen. Unter dem Projektnamen Autonomes Zentrum Hetzgasse (AZH) forderten sie Wohnraum für alle jene, die dessen bedürftig sind. Eklatant ist vor allem, dass sich die sogenannte „rote Menschenrechtsstadt“ scheinbar weniger als gar nicht um die ganze Thematik kümmert – Hauptsache hier und da irgendwelche Lippenbekenntnisse, dass reicht für Rot-Grün mittlerweile. Eifrig hinter dem Kapital hergeifernd lassen sie lieber Aktivist*innen aus Objekten prügeln, als dass auch nur im Ansatz dem realen Immobilienirrsinn Einhalt geboten wird. Die Krönung hierbei: Die staatlich finanzierte Prügelbande stellte auf eigene Kosten auch noch bewaffneten Schutz ab, damit ja niemand in das leerstehende, völlig ungenutze Gebäude eindringen könne, um weitere Besetzungen zu vermeiden. Die Stadt schaut hierbei gelassen zu.
Statt Geflüchtete in regulären Wohnungen unterzubringen, Safe Spaces für FLINT*- und LGBTIAQ+-Personen zu errichten oder Obdachlosen ein Dach zu geben, wartet die „sozialdemokratische“ Stadt darauf, dass Luxusgebäude an jeder Ecke Wiens entstehen. Ihr seid ein schmutziger Witz!

Deshalb gilt nur eines: Weiter besetzen und weiter kämpfen bis zum Ende patriarchalen Kapitalismus!

#WienBesetzen

#Leavenoonebehind

#WirhabenPlatz

#1312

#GegenPatriarchatundKapital

Kommuniqué zur EU und der Lage der Menschen in Moria

Das ist Moria. Das ist Mord.
Die Bilder reihen sich nun schon seit Tagen aneinander – Menschen, die vor Tränengasschwaden fliehen, Verbrennungen erleiden durch den taktischen Einsatz selbiger, Bullen, die die Menschen verprügeln, Menschen, die keine Dächer über ihren Köpfen, nichts zu essen, nichts zu trinken haben und vor radikalisierten Mobs unter der Führung Rechtsextremer fliehen müssen. Das ist Moria. Das ist die EU. Das ist Menschenverachtung.
Es wurde zu Moria schon viel und das Meiste, was gesagt werden musste, gesagt (schaut euch die Berichte von Genoss*innen und Journalist*innen vor Ort an, die seit Wochen und Monaten aktiv helfen). Leider ist das alles nicht neu – dass die EU und die europäischen Regierungen ein rassistischer, wirtschaftsliberaler Schmutz sind und gemeinhin niemals etwas anderes war als das, hat sie allerdings noch nie so offen bewiesen. Die EU unter von der Leyen und Michel geniert sich nicht einmal mehr, gegen die von ihnen selbst hochgehaltene EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention)aktiv zu verstoßen, sei es durch Pakte mit libyschen Milizen, die Förderung der EU-Prügeltruppe Frontex oder die Unterstützung des türkischen Diktators Recep T. Erdoğan. Nicht dass durch das Verschleiern des reinen Wirtschaftscharakters der EU dadurch irgend etwas besser gewesen wäre – es geht allein darum, zu zeigen, dass der unsägliche Diskurs vom EU-Gedanken und EU-Wertekanon, der auch jetzt wieder die Demos der liberaleren Linken durchzieht (mensch vergegenwärtige sich die Reden vom Samstag!) endlich  gestoppt werden muss. Keine Bühne für Politiker*innen, Parteien und Jugendorganisationen, die aktiv durch Passivität auch noch am Leid der Menschen in Moria mitwirken! Das gilt für die “roten” Organisationen, ebenso wie die Steigbügelhalter*innen der Grünen, die sich dann mit ihrem “Engagament” für eine “gerechtere” Lösung auch noch auf den sozialen Medien profilieren wollen. Das sieht dann so aus, dass ein paar Sanitäter*innen geschickt werden mit einer Ärzt*in und ein paar Medikamenten – das ist die fundamentale Hilfe, mit der geworben wird im Wahlkampf.
Die EU als Institution, sowie Poiltiker*innen auf nationaler wie internationaler Ebene müssen aufhören so zu tun als wären geringe humanitäre Hilfsleistungen ein Akt der Güte und Menschlichkeit und sich eingestehen, dass die EU maßgeblich mitverantwortlich für die Fluchtursachen ist – die minimalst gefassten Hilfspakete sind der dreiste Versuch, sich mit diesen Maßnahmen aus der Verantwortung zu ziehen. 
Es gibt hier genügend Platz, endlich alle Menschen aus den Internierungscamps zu evakuieren! Die Rechenschieberei, die die konservativ-rassistischen Regierungen momentan anstellen, sind an Menschenverachtung überhaupt nicht mehr zu übetreffen – während hier die Maßnahmen aufgrund des Steigens der Covid-19-Infektionsraten angezogen werden, breitet sich das Virus in den völlig überfüllten Camps immer weiter aus. Menschen verfügen über keinen Zugang zu hygienischen Mindest-Standards, müssen auf der Straße mit Hab und Gut ihr Dasein fristen, völlig ausgeliefert und ohne jede Hilfe. Es muss jetzt gehandelt werden, um die Menschen aus dieser katastrophalen Lage zu holen und solidarisches Miteinander jenseits von Nationalität und Grenzen zu etablieren. Dafür hilft aber ein alleiniges, einmaliges zwei Stunden Engagement pro Woche in Form einer Latsch-Demo recht wenig – der Widerstand muss für die Regierung spürbar werden, ebenso wie die Realutopie selbsorganisierten Lebens: Es gibt Raum und es gibt die Möglichkeit jenseits von Regierung, Staat, Grenzen und Diskriminierung solidarisch miteinander zu sein. Das geht aber nur antinational, antirassistisch,anti-chauvinistisch, feministisch und radikal. 

Zusendung vom Kahlenberg

Grüße der Antifa an die Kahlenberg Faschos. In der Nacht von 11. auf 12.09.2020 haben Aktivist:innen das Kahlenberg-Denkmal neu gestaltet und den Rechtsextremen eine Botschaft hinterlassen. Hier die Zusendung der Genoss:innen:

Das Kahlenberg-Denkmal erinnert an die Schlacht am Kahlenberg 1683, die durch die sogenannte „2. Wiener Türkenbelagerung“ beendet wurde. Dieses geschichtliche Ereignis wird von rechtsextremen Organisierungen, vor allem aber den akademischen Geschichtsfetischist*innen der IB, immer wieder verwendet. Es dient den reaktionärsten Geschichtsrevisionismus zu verbreiten und die historischen Ereignisse auf aktuelle Geschehnisse verklärend umzumünzen.
Als Veranstalter trat in den letzten Jahren zumeist die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) in Erscheinung. Sei es als IBÖ selbst oder als IB-Tarnverein „Gedenken 1683“ unter der Führung des rechtsextremen Prügelknaben Philipp Huemer. Für dieses Jahr wurde die neue „Kahlenberg-Allianz“ gegründet, bestehend aus Gedenken 1683, dem Verein Pro Vita (antifeministischen Fundamentalist:innen und Abtreibungsgegner:innen), dem Verein Okzident von Georg I. Nagel (Versuch der Gründung von Pegida Österreich – seither scheitert jedes Projekt, das er auch nur vorsichtig berührt) und dem Wiener Akademikerbund.

Das Treffen am Kahlenberg kommt der rechtsextremen Szene dieses Jahr besonders recht: Es bietet erneut die treffliche Möglichkeit unter dem Deckmantel scheinbar harmlosen Erinnerns, die Verteidigung des christlichen Abendlandes gegen die osmanischen Invasoren öffentlichkeitswirksam zu beschwören. Die primäre Diskursstrategie der IB/DO5/Gedenken 1683 war seit jeher das gezielte Schüren der Paranoia vor der „Masseneinwanderung“ und dem „Großen Austausch“. Die braven Bürger:innensöhne wie A. Markovics (Ex-IB- und AG-Theorie-Leiter, jetzt RFS und FPÖ) verstanden es, die klassisch rechtsextremen Narrative und Versatzstücke mit ihrem Geschichtestudium zu verharmlosen. Unter der Leitung des aktivistisch mehr versierten Sellerie wurde dann die Theorie zu aktiven Aktionen des Heimat- und Grenzschutzes ausgeweitet. Einmal jenes Schiff, das im Mittelmeer Flüchtende daran hindern, sollte die europäischen Grenze zu erreichen, aber glücklicherweise völlig seeuntauglich herumirrte, um schließlich selbst in Seenot zu geraten (heldenhafter Kapitän war Alexander Schleyer). Ein anderes Mal als Fascho-Klassenfahrt an die griechischen Grenzen, wo noch im Angesicht des unfassbaren Leides der Internierungslager gegen Menschenwürde gehetzt und mit der Bullerei posiert wurde. Für ein paar Faschos ging dieser Trip allerdings nicht allzu gut aus – Grüße gehen raus an die griechischen Genoss:innen. Diese ideologische Stoßrichtung ist dem Kahlenberg-Treffen inhärent, so harmlos es wirken will – dort wird White-Pride gefeiert, die „weiße Rasse“ als Elite glorifiziert und Menschen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, das Mensch-Sein abgesprochen.

Wozu die faschistische Mobilisierung auf den Kahlenberg, in seiner bisher schlimmsten Ausprägung führen kann, sieht man am Anschlag von Christchurch. Nicht nur, dass sich der Attentäter als ideologischer Anhänger und finanzieller Unterstützer der IBÖ herausstellte, der Name eines Protagonisten der Schlacht am Kahlenberg stand auf einem seiner Gewehrmagazine.

Während es in den vergangen Jahren immer wieder zu Blockaden der Zufahrtswege durch Antifaschist:innen kam, ist dieses Szenario dieses Jahr nicht möglich, nicht zuletzt auch aufgrund der essentiellen Evacuate-Moria-Proteste. Die letzten Jahre haben gezeigt, eine Verhinderung dieses Treffens ist allein durch antifaschistische Arbeit und Organisierung sowie durch gut geplante Blockadekonzepte möglich. Trotzdem wollten wir das rechtsextreme Treffen nicht völlig unkommentiert lassen.

Auf dem Gedenkstein findet sich nun eine Warnung an die Faschist:innen – wir sehen uns am 3.10. Dann wird abgerechnet! Für diesen Tag ist eine lang angekündigte Demonstration der identitären Nebenorganisation „Die Österreicher“ (DO5) angesetzt.
Bereits 2016 haben Antifaschist:innen gezeigt, dass der extremen Rechte keinen Platz im öffentlichen Raum gewährt wird. So wird es auch diesmal sein. Haltet Augen und Ohren offen, achtet auf Mobilisierungen antifaschistischer Initiativen.

Es ist schade, dass wir so auftreten müssen. Gut, dass wir so auftreten können.

 

Die AWW stellt sich vor

Antifa Wien-West – Selbstverständnis

Seit bereits mehr als 100 Jahren kämpfen Antifaschist*innen. Begonnen hat es mit Kampf gegen den drohenden NS-Faschismus und der Zuspitzung des Kapitalismus, was nach dem Sieg über den NS folgte, war die radikale Auswweitung des Kampfes, der zum Kampf gegen die Gesellschaft und deren Stützen und Bedingungen selbst wurde. Ihr Kampf richtet sich seit dem gegen all jene gesellschaftlichen Formen und Konstrukte, die Unterdrückung, Schmerz, Gewalt und Trauer hervorbringen, um sie zum Prinzip des Lebens selbst zu machen.

Das Kernmoment dieser gesellschaftlichen Strukturen stellt in unserer Analyse einerseits die historische und logische Entfaltung des Kapitals zu seinem allgemeinen Begriff in Form des kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaftverhältnisses dar, dessen entfaltete Waren-Zirkulation die Grundbedingung kapitalistischer Repression ist, die auf den zu juristischen Vetragspersönlichkeiten geformten Individuen entladen werden – andererseits die dem Kapital geschichtlich vorrangige Sphäre der Reproduktion der Ware Arbeitskraft, die durch cis-männlich-bürgerliche Sozialisation zu größten Teilen auf FLINT*-Personen abgetragen wird und so immer schon eine Wertabspaltung qualitativ in sich trägt, die reproduktiv-emotive Arbeit entweder überhaupt nicht in die Sphäre der Vergesellschaftung aufnimmt oder nur zu deutlich schlechteren Konditionen. Die im ökonomischen Gegenzug historisch persistente patriarchale Dividende, die in jeder Unternehmung und Verwertung als sexistischer Merwert enthalten ist, schließt den Zirkel doppelter Ausbeutung von FLINT*-Personen. Die dem Kapitalismus eigentümliche Logik, Wesen und Erscheinung zu verkehren, entlädt sich in der Verfestigung dieser ausbeuterischen Gesellschaftshierarchien, die naturhaft gewachsen scheinen, deren immanente Logik jedoch keinesfalls eine geschichtliche Notwendigkeit darstellt.

Die Erscheinungen, die sich als objektive Sachzwänge verbergen, tragen ihr Wesen jedoch immer in sich – „das Wesen muss erscheinen“, ansonsten kann es nicht Wesen sein. So verhält es sich denn auch mit Diskriminierungs- und Repressionsstrukturen: Sie sind Produkte patriarchal-bürgerlicher Logik, die sich im Mantel des objektiv Notwendigen als Zwang der Geschichte tarnen – sie liegen jedoch im Prozess der Geschichte und den Produktionsverhältnissen selbst begraben und sind somit klar veränderbar. Kapitalismus ist ohne virulenten Sexismus, Rassismus und Antisemitismus überhaupt nicht denkbar, das Funktionieren der Wertschöpfungsmechanismen hängt direkt vom ungehinderten Funktionieren der unterschiedlichen Diskriminierungsformen ab.

Was also heißt für uns Antifa? Nicht mehr und nicht weniger als Kampf gegen die bestehenden Verhältnisse: gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Faschismus überall, wo diese erscheinen. Wo das bürgerlich-cis-männliche Denken die individualistische Freiheit des “liberalen” Kapitalismus feiert und besingt, erkennen wir die höchste Form von Unfreiheit und Beschränkung. Je lauter das Kapital als verdinglichende Ordnung des Lebens die Freiheit marktschreierisch anpreist, desto extremer verdichten sich die Charaktermasken zu reinen Abstraktionen, die genau so frei von Leben ihr Dasein fristen wie ihnen vom Kapital hektisch-betriebsame Lebendigkeit zugeschrieben wird. Antifa heißt für uns, für die unbedingte Freiheit aller* zu kämpfen, für die wirkliche Freiheit unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexueller Orientierung und Gesundheitszustand. Erst wenn die Zerschlagung von Patriarchat und Kapitalismus vollführt ist, die Fetische und Mystizismen der alten Gesellschaftsordnung fallen, wird der Sandstrand unter dem Pflaster erscheinen.

Zwar ist uns bewusst, dass der Kampf um den Sturz von Patriarchat und Kapitalismus oft und vor allem momentan in weite Ferne gerückt und das revolutionäre Subjekt tief sedimentiert scheint, ja nicht einmal klar ist, wie und wo es sich schaffen soll: Dennoch sind wir überzeugt, dass der antifaschistische Kampf gerade deshalb von eminenter Wichtigkeit ist.

Die Logik der Entfaltung der Gesellschaft unter dem dunklen Horizont struktureller Gewalt militant umzuwerfen, ihr bis zu den scheinbar so fernen Produktionsverhältnissen zu folgen und  kapitalistischem Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung den Garaus zu bereiten, ist unser entferntes Ziel. Denn für uns ist klar, dass erst auf den Ruinen von Kapitalismus und Patriarchat kommunistisches, solidarisches Leben ohne jede Diskriminierung wachsen kann. Dabei finden wir es essentiell, uns selbst in unserer Praxis kritisch zu reflektieren: Subjekt sein im Kapitalismus heißt, notwendigerweise ebenso Objekt dieser Ordnung zu sein. Wir können uns nicht aus der Gleichung nehmen, sondern sind als selbst-bewusste Subjekte ebenso von und in den hegemonialen Macht-Mechanismen strukturiert – internalisierten Sexismus, Rassismus und Transfeindlichkeit kritisch zu beleuchten, festzustellen und dagegen anzuarbeiten, ist für uns ebenso wichtig, wie radikale Praxis zu leben. Dabei gilt es auch, sich selbst zurückzunehmen und Kämpfe von Unterdrückten zu unterstützen, ohne sich selbst als elitäre Avantgarde in den Vordergrund zu rücken – Platz zu machen für Menschen, die sonst vielleicht keine öffentlichen Räume zur freien Entfaltung finden können, ist ebenso integral im Kampf gegen Kapitalismus und Patriarchat.

Auf Wikipedia wird „die Antifa“ als „ephemere autonome Strömung“ bezeichnet – da müssen wir die bürgerlichen Kommentator*innen leider enttäuschen. Antifaschist*innen kämpfen seit 100 Jahren und auch wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis die Gesellschaft umgeworfen ist. Erst dann, wenn das richtige, befreite Leben möglich wird, kann neu angefangen werden, denn Antifa kann für uns nur eines heißen: Angriff.

Die Genoss:innen des KRuK

Kollektiv Revolution und Kunst (KRuK) – Kommuniqué no. 1

Lange Jahre war Kunst ein zentrales wie integrales Moment politischer Agitation, Bewusstseinsbildung und des aktiven Kampfes gegen Ungerechtigkeit, Diskriminierung & Repression. Ob während der antikapitalistischen und antifaschistischen Revolten und Straßenschlachten in der Weimarer Republik oder aber den Unruhen der spätern 60er Jahre in ganz Europa – stets war emanzipative, feministische Kunst ein wichtiges Kraftwerk für kommende Aufstände. Die Liste politischer Künstler*innen ist lang: Ob Anna Seghers, Maria Leitner, Käthe Kollwitz, Peter Weiss, oder Nanni Balestrini – ihre Kunst war stets Produkt ihrer politischen Arbeit wie ihre politische Arbeit auch Produkt ihrer Kunst war.

Dass die politische Kunst in vielfacher Hinsicht in einer nachhaltige Krise geraten ist, zeichnete sich schon seit den 60er-Jahren ab: Unter dem Einfluss der Industrialisierung des Kunstsektors, der Auslieferung an das  radikal-beliebige “anything goes” wissenschaftlicher und artistischer Praxis und der folgenden totalen Subordination von Kunst unter das Prinzip kapitalistischer Wertschöpfungsprozesse entlud sich die Möglichkeit immer mehr, kritische, politische und emanzipierte Kunst real in das Spannungsfeld des gesellschaftlichen Überbaus zu bringen. Für KRuK allerdings steht klar fest: Diese unsägliche Konstruktion muss bekämpft werden. Ziel und Zweck von Kunst muss klar und deutlich die Kritik bestehender Verhältnisse sein sowie die Möglichkeit über die Sphäre der Kunst realutopisch auf die stets mögliche radikale Veränderung der Gesellschaft hinauszuweisen. Unsere Utopie ist das von der Repression des patriarchalen Kapitalismus befreite Zusammenleben aller* Menschen unter dem freien, weiten Himmel einer gemeinsamen Welt ohne Patriarchat, Kapital, Staatsgebilde und Unfreiheit. Dass dies nur durch den radikalen Umsturz der bestehender Gesellschaft erfüllbar wird, ist für uns der Grundsatz an dem artistisches Engagement gemessen werden muss und nach dem wir uns auch in unserem Praxisdenken richten.

Unsere Praxis stellt vor diesem Hintergrund ein Feld unterschiedlicher experimenteller Lesungsformate dar, die mal geschlossen, mal öffentlich abgehalten werden in stets variierendem Umfeld: Dabei werden sowohl Texte junger, politische Nachwuchsautor*innen präsentiert sowie Texte von Autor*innen der rezenten Geschichte, die oftmals in kollektive Vergessenheit geraten sind – sowohl theoretische, artistische als auch experimentelle Texte finden Eingang und ergeben so meist ein stimmiges Ganzes. Wichtig ist uns hierbei, dass durch ausgewähltes Textmaterial gegen die patriarchale, rassistische Ordnung der westlichen Welt (hier besonders bezogen auf kulturell-artistische Hegemonie) angekämpft und versucht wird Texte von FLINT*-Personen und PoC stärker in die Diskussion zu bringen, ohne dabei aber von den eigenen Privilegien ablenkende cultural appropriation zu reproduzieren.

PS: Auf dieser Homepage werden von Zeit zu Zeit Textmaterialien, Hinweise, Updates oder Lesungen selbst angekündigt – es würde uns freuen, wenn ihr ab und zu mal vorbeischaut.