KRuK-Kommuniqué no. 2: Leerstand, Nutzung und Hausbesetzung

Vor kurzem wurde – so hörten wir – der schöne Gründerzeitbau in der Hetzgasse 8 besetzt. Leider – so hörten wir weiter und mussten mitansehen – wurde das wunderbare Projekt von der patriarchalen Prügelbande, die sich „WEGA“ nennt, unter Großaufgebot geräumt. Applaus kam vom sogenannten „Eigentümer“ (was bedeutet das überhaupt, „Eigentum“?), der es sich nicht nehmen ließ, in einer Porsche-Nobelkarrosse vorzufahren und Anrainer*innen wie Journalist*innen übergriffig anzupöbeln.

Das muss mensch sich einmal vorstellen: Seit 2015 wohnt in dem Objekt kein Mensch mehr, weil die letzten langjährigen Mieter*innen beinhart rausgedrängt worden waren durch die übermächtige Immobilienspekulationswirtschaft, Jahre davor waren Großteile des alten Hauses schon völlig unbewohnt. Die internationale Unternehmungen tätigende Spekulationsgesellschaft (in ihren Worten: sie werten nur auf durch Dachgeschoßausbauten und begrünte Fassaden, danke Kapital!) Soulier GmbH unter der Leitung von Ingrid Soulier sieht sich hierbei noch als Heros der Geschichte: Sie wollten, ja waren sogar offen und bereit „nachhaltig, grün“ zu bauen, aber die MA untersagte ihre Vorhaben – einzige Lösung: verkaufen und das für schlappe 8 Mio. Also ein sauberer Gewinn für die “nachhaltige” Immo-Firma, wo die Verwaltung des Objekts – wie es scheint -, weiterhin unter der Ägide von Immo W16  bleibt – die hauseigene Verwaltungsfirma.

Gegen dieses Prinzip totaler Spekulation wollten die Genoss*innen, die die Hetzgasse 8 besetzten, angehen. Unter dem Projektnamen Autonomes Zentrum Hetzgasse (AZH) forderten sie Wohnraum für alle jene, die dessen bedürftig sind. Eklatant ist vor allem, dass sich die sogenannte „rote Menschenrechtsstadt“ scheinbar weniger als gar nicht um die ganze Thematik kümmert – Hauptsache hier und da irgendwelche Lippenbekenntnisse, dass reicht für Rot-Grün mittlerweile. Eifrig hinter dem Kapital hergeifernd lassen sie lieber Aktivist*innen aus Objekten prügeln, als dass auch nur im Ansatz dem realen Immobilienirrsinn Einhalt geboten wird. Die Krönung hierbei: Die staatlich finanzierte Prügelbande stellte auf eigene Kosten auch noch bewaffneten Schutz ab, damit ja niemand in das leerstehende, völlig ungenutze Gebäude eindringen könne, um weitere Besetzungen zu vermeiden. Die Stadt schaut hierbei gelassen zu.
Statt Geflüchtete in regulären Wohnungen unterzubringen, Safe Spaces für FLINT*- und LGBTIAQ+-Personen zu errichten oder Obdachlosen ein Dach zu geben, wartet die „sozialdemokratische“ Stadt darauf, dass Luxusgebäude an jeder Ecke Wiens entstehen. Ihr seid ein schmutziger Witz!

Deshalb gilt nur eines: Weiter besetzen und weiter kämpfen bis zum Ende patriarchalen Kapitalismus!

#WienBesetzen

#Leavenoonebehind

#WirhabenPlatz

#1312

#GegenPatriarchatundKapital